QM Anästhesie – Standards und perioperative Versorgung

Arbeitsplatz-, Geräte- und Arzneimittelstandards sowie allgemeine, pädiatrische, postoperative und organisatorische Versorgungsabläufe. Technische Testfassung aus der Word-Vorlage vom 29.07.2025.

Hinweis: Medizinische, rechtliche und normative Inhalte wurden in dieser technischen Testfassung nicht geprüft.

Arzneimittel, Arbeitsplatz und Geräte

Standards für Betäubungsmittel, Narkosearbeitsplätze, Geräteprüfung und Medikamentensicherheit.

Arzneimittel, Arbeitsplatz und Geräte

Umgang mit BTM in der Anästhesie

Betrifft Medikamente:

Durchführung:

Der BTM- Ordner ist wie folgt zu führen:

  1. Datum

  2. Name des Patienten

  3. Geburtsdatum des Patienten

  4. Entnommene Menge des jeweiligen Medikaments

  5. Bestandsübernahme

  6. Name des Anästhesisten + Unterschrift

  7. Verworfene Menge

  8. Kürzel des Mitarbeiters

  9. Kürzel des Anästhesisten

  10. Kürzel eines zweiten Zeugen

Umgang mit Piritramid (Dipidolor)

REGEL: Medikament aus dem Tresor entnommen -> aus dem BTM-Ordner austragen und erst dann in den OP verbringen und auf dem entsprechenden Saal-Plan vermerken.

Mitgeltende Dokumente:

Arzneimittel, Arbeitsplatz und Geräte

Anästhesie- Narkosewagen

Allgemein

Folgender Standard ist einzuhalten:

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Narkosewagenaufsatz

Ablagefächer/ Medikamentenaufkleber/ Ablagefläche

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Cuffdruckmessgerät

Rechts in Abbildung:

Abbildung

Erste Schublade/ Medikamente

Hier bitte an den Abbildungen orientieren.

Diese Medikamentenfächer bitte nicht überfüllen.

Jedoch bitte die hier abgebildeten Mindestmengen auch nicht unterschreiten.

Abbildung

Der Mindestbestand beträgt bei geläufigen Medikamenten mindestens fünf Ampullen:

Abbildung

Zweite Schublade

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Dritte Schublade

Vierte Schublade

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Larynxmasken:

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Fünfte Schublade

Intubation:

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Sechste Schublade

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Arzneimittel, Arbeitsplatz und Geräte

Narkosegerätewagen

Abbildung

Ablage auf dem Gerätewagen

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Schublade 1

Abbildung

Schublade 2

Schublade 3

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(Dräger Safe Star 55 Plus)

Linkes Fach

Abbildung

Perfusoren

Abbildung

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Arzneimittel, Arbeitsplatz und Geräte

Überprüfung des Narkosegerätes (nach Empfehlungen des DGAI)

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Durchführung

Tägliche Funktionsprüfung vor dem Operationsstart
  • Sichtprüfung auf einen ordnungsgemäßen Zustand: Vollständigkeit, keine sichtbaren Schäden, hygienische Sauberkeit

  • Prüfsiegel noch nicht abgelaufen

  • Anschluss an die Stromleitung/Gasleitung eingesteckt und funktionsfähig

  • Überprüfung des korrekten Anschlusses der Probengasleitung (CO2-Leitung)

  • Einschalten des Narkosegerätes und der Überwachungseinheit (Monitoring): beides muss ordnungsgemäß hochfahren

  • Überprüfung des Sauerstoff-Flushs

  • Überprüfung des/der Narkosegasverdampfer: Nullstellung, korrekter Sitz, Füllzustand, evtl. elektrischer Anschluss

  • Überprüfung des CO2-Absorbers: Füllzustand, Farbe

  • Überprüfung der Sekretabsaugung: richtiger Sitz, aufgebauter Druck –

  • Vorhandensein/Überprüfung des Ambu-Beutels

  • Durchführung des automatischen Geräteschecks mit Überprüfung der Testergebnisse (alles im grünen Bereich?)

Funktionsprüfung zwischen den Narkosen
  • Dichtigkeit des Atemsystems: kurze Funktionsprobe

  • Überprüfung des korrekten Sitzes der Beatmungsschläuche am Narkosegerät

  • Überprüfung des Ein-/Atemventils und der Handbeatmung - Funktion des APL

  • Ventils (Überdruckbegrenzung am Exspirationsschenkel)

  • Einstellungen des Respiratormoduls: Kinder/Erwachsene, Grenzen - Funktion der Gasdosierungseinrichtung: Dosiermöglichkeit

  • Funktion der Sekretabsaugung: durchgespülter Absaugerschlauch, Funktion

  • Überprüfung des CO2-Absorbers: Farbumschlag

  • Überprüfung auf Wasser in den

Beatmungsschläuchen/Wasserfallen: bei vorhandenen Wasserkondensat diese entfernen

Funktionsüberprüfung im Notfall
  • Anschluss des Narkosegerätes an due Storm- und Gasversorgung

  • Einschalten des Narkosegerätes: wenn möglich noch Gerätecheck, wenn nicht diesen überspringen

  • Narkosegerät auf manuell/spontan schalten

  • Öffnen des Sauerstoff-Ventils: Sauerstoff-Flow mindestens auf 4l/Min

  • APL-Ventil auf 40-50 mbar - Dichtigkeitsprobe: Verschluss der Beatmungsschläuche, die zum Patienten hin führen mit der Hand und Druck auf den Handbeatmungsbeutel

  • Y- Stück jetzt freigeben, der Beatmungsbeutel muss sich entleeren können

  • wenn eine maschinelle Beatmung nicht möglich ist, sofort auf den Ambu-Beutel zurückgreifen

Arzneimittel, Arbeitsplatz und Geräte

Medikamentensicherheit

Empfehlung der DGAI zur farbigen Kennzeichnung von Spritzen:

Um die Gefahr einer Medikamentenverwechslung/ Fehlmedikation zu verringern, empfiehlt die DGAI in der klinischen Anästhesie zur Kennzeichnung von Spritzen mit aufgezogenen Medikamenten Selbstklebeetiketten zu verwenden, die der ISO Norm 26285/20071 entsprechen. (DGAI Info, Prien, Anästhesie Intensivmedizin 2009;50:33-4)

Damit der Wirkstoffname mit einem Blick komplett gesehen werden kann, wird empfohlen, die Etiketten längsachsen-parallel auf die Spritze zu kleben, und zwar so, dass die Oberkante des Etiketts die Skala nicht vollständig verdeckt und damit noch abgelesen werden kann

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Verantwortung für die Arzneimittelauswahl

der Spritzen und Perfusoren

Qualitätskontrolle

Abbildung

Abbildung

Abbildung

Arzneimittel, Arbeitsplatz und Geräte

Sicheres Arbeiten mit Narkosegasen

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

der Anwendung, Einleitung und Steuerung der Narkose, Anordnung von Instandhaltungen oder Entsorgung kontaminierter Gase

Anästhesiegeräte inkl. Absaugung, Befüllung der Vaporisatoren mit geeigneter Schutzausrüstung, Meldung bei Undichtigkeiten, Geruchsentwicklung oder technischen Problemen, Dokumentation von Befüllung und Besonderheiten

Substitution

Technische

Organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen

Abbildung

Anästhesiegase und der Mutterschutz

Allgemeine Anästhesie und perioperative Versorgung

Allgemeine Vorbereitung, Durchführung und begleitende Versorgungsmaßnahmen.

Allgemeine Anästhesie und perioperative Versorgung

Wärmemanagement

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Maßnahmenfestlegung, Temperaturzieldefinition,

Umsetzung und Dokumentation

Erhaltungsmaßnahmen

des Patienten, ggf. Vorwärmung

Risikoeinschätzung

Jeder Patient wird präoperativ auf das Risiko einer perioperativen Hypothermie eingeschätzt. Risikofaktoren sind u.a.:

Messung der Körpertemperatur

Maßnahmen zum Wärmeerhalt

Maßnahme Zeitpunkt Beschreibung
Präoperative Vorwärmung 30 Min. vor OP-Beginn mit Konvektionswärmedecke bei Risikopatienten
Wärmende Decken kontinuierlich alle Patienten ab dem Eintreffen im OP zudecken
Warmluftgeräte intraoperativ v. a. bei längeren Eingriffen oder < 36 °C
Infusionswärmer intraoperativ bei Volumenzufuhr > 500 ml oder bei OP-Dauer > 30 Min.
Erwärmung von Spüllösungen intraoperativ auf mind. 37 °C erwärmen
Aufwachraummanagement postoperativ Kontrolle der Temperatur, ggf. weitere aktive Wärmung

Die perioperative Wärmetherapie dient zur Vermeidung einer Hypothermie. Ohne Gegenmaßnahmen entwickelt jeder Patient während Allgemein- und Regionalanästhesie eine Hypothermie.

Entstehung
  • Patient hat keine Schutzreflexe während der Narkose

  • OP ist klimatisiert

  • Patient ist nicht zugedeckt

  • Patient wird zur OP desinfiziert, zusätzliche Verdunstungskälte

Symptome
  • Körpertemperatur >36°C

  • Kalte, blasse zyanotische Haut

Therapie
  • Patient gut zudecken, ggf. zweite Decke nehmen

  • Luftwärmer anschließen CAVE: Verbrennungen

  • Warme Infusion anschließen

Grundsätzlich gilt:

Geht eine Operation eine Stunde oder länger, muss ein gezieltes Wärmemanagement angewendet werden. Dies ist auch abhängig von der jeweiligen Operation - wird bspw. eine große Abdominelle OP durchgeführt, ist ein großes Operationsfeld gegeben. Darüber kühlen die Patienten stark aus. Die Jahreszeiten spielen dabei auch keine Rolle, da der OP dauerhaft klimatisiert wird.

Dokumentation

Allgemeine Anästhesie und perioperative Versorgung

Vorbereitung und Durchführung von Narkosen

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Medikamentenauswahl, Durchführung der Narkoseeinleitung, Atemwegssicherung, Überwachung und Steuerung der Anästhesie

Aufziehen, Beschriften und Bereitstellung der Medikamente/ Perfusoren, Assistenz bei der Einleitung, Intubation und Lagerung, Dokumentation und technische Überwachung

Material
  • Sterofundin 1000 ml

  • Infusionsleitung

  • 4x Rückschlagventil

  • 3x 3-Wege-Hahn

  • 3x Perfusorleitung

  • 2x Perfusorspritzen 50ml

  • 20ml Spritze

  • Kanüle 18G

  • 100 ml NaCl 0,9%

  • Propofol 2% 50ml

  • Propofol 1% 20ml

  • Remifentanil 5mg

  • Etiketten

Vorbereitung
  • Sterofundin an Infusionsleitung konnektieren

  • Rückschlagventil an Infusion anbringen

  • Aus 3-Wege-Hähne Hahnenback konstruieren, an Infusionsleitung anschließen

  • Rückschlagventile an 3-Wege-Hähne anbringen

  • Perfusorleitung an letzten 3-Wege-Hahn anschließen (Patiententeil)

  • 50ml NaCl 0,9% in Perfusorspritze aufziehen, 5mg Remifentanil darin lösen

  • 50ml Propofol 2% ebenfalls in Perfusorspritze aufziehen

  • Beide Spritzen in Perfusor einlegen, an Infusionssystem anbringen

  • Mit Etiketten Spritzen beschriften (Inhalt, Datum, Uhrzeit)

  • Propofol 1% in 20ml Spritze mit 18G Kanüle aufziehen

Perfusoren

Im OP-Saal gibt es für die Anästhesie zwei Perfusoren:

  • die jeweils mit Propofol 2% und Remifentanil zu bestücken sind

  • Die Laufrate wird bei Propofol 2% in mg/kg/h

  • bei Remifentanil mg/kg/min berechnet

  • Bevor man in das Menü gelangt, muss man das Gewicht des Patienten eingeben

  • Danach kann man die Medikamente, welche eingelegt sind, auswählen

Einleitung
  • Der Patient wird an die Überwachung angeschlossen.

  • Diese beinhaltet ein EKG, Sp02-Clip und eine Blutdruckmanschette.

  • Ist der Patient an den Monitor angeschlossen, werden die ersten Vitalzeichen erhoben und dokumentiert, um einen Ausgangswert zu erheben.

  • Ist der Anästhesist bereit zur Einleitung, werden die Perfusoren gestartet, die Präoxygenierung beginnt.

  • Der Anästhesist gibt der Pflege Bescheid, wann und wieviel Propofol appliziert werden darf.

  • Bei Bedarf kann auch ein Bolus über den Perfusor gegeben werden.

  • Wenn der Patient schläft, wird intubiert, an das Narkosegerät angeschlossen und die Anästhesie ggf. optimiert.

  • Ist der Patient gelagert, kann die OP beginnen

OP- Ende????
Allgemeine Anästhesie und perioperative Versorgung

Periphere Verweilkanüle (PVK)

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

gemäß Delegationsbestimmung

Delegationsbestimmung

Indikation

Periphere Zugänge werden benötigt zum Verabreichen von:

  • Infusionslösungen

  • Narkosemitteln (TIVA)

  • Medikamenten, für die Narkose, den Notfall oder für Begleiterkrankungen

  • Blutersatzstoffe

Zugangswege
  • Grundsätzlich erfolgt die Punktion am Handrücken; die Venen am Unterarm oder im Ellenbeugenbereich werden erst gewählt, wenn dies nicht möglich ist

  • Alternativ können die Venen am Fußrücken, die V. Jugularis externa oder bei Säuglingen die Schläfenvenen punktiert werden

Durchführung
  • Venen optimal stauen: Anlegen eines Stauschlauches am Oberarm, zusätzlich evtl. den Arm herabhängen lassen und Venen sanft klopfen

  • Hände desinfizieren

  • Handschuhe anlegen

  • Punktionsstelle desinfizieren

  • Mit Tupfer Desinfektionsmittel abwischen

  • Punktionsstelle erneut desinfizieren, Einwirkzeit beachten

  • Mit nicht dominanter Hand Haut des Handrückens spannen

  • Im 30° Winkel Vene punktieren

  • Winkel abflachen, um durchstechen der Vene zu vermeiden

  • Bei erfolgreicher Punktion füllt sich die Kanülenkappe mit Blut

  • VVK-Pflaster aseptisch anbringen

  • Nadel herausziehen und ein Rückschlagventil anbringen

  • Ggf. Kanüle mit zusätzlichem Pflasterstreifen fixieren

Komplikationen
  • Paravenöse Injektion

  • Thrombophlebitis

  • Nervenschäden

  • Embolische Komplikation

  • Intraarterielle Injektion bei Fehlpunktion

Allgemeine Anästhesie und perioperative Versorgung

Total intravenöse Anästhesie (TIVA)

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Überwachung

Monitoring

Narkoseführung
  • Durch die kontinuierliche Propofolzufuhr über den Perfusor 5-7mg/kg KG/h wird die Narkose aufrechterhalten

  • Opiatgaben werden bei Bedarf wiederholt oder ein Ultivaperfusor verwendet

Narkoseausleitung
  • Propofolinfusion ca. 5-10 Min. vor Operationsende reduzieren, bzw. ausstellen, aber Vorsicht bzgl. zu frühem Erwachen

  • Die Aufwachzeit hängt im Wesentlichen von der Gesamtdosis des Hypnotikums ab

  • Die Extubation erfolgt, wenn der Patient suffizient atmet und wach ist

Allgemeine Anästhesie und perioperative Versorgung

Schmerz

Definition

Die internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes definiert Scherz als ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktuellen oder potenziellen Gewebeschädigungen verknüpft ist oder mit Begriffen solcher Schädigungen beschreibbar ist.

Abbildung

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Festlegung von Dosierungen, Applikationswegen und Überwachungsintervallen

Applikation der Schmerzmedikation, Durchführung der standardisierten Schmerzbeurteilung, Dokumentation und Weiterleitung relevanter Informationen

Akute Schmerzen
  • Postoperativ treten durch den entstandenen Gewebeschaden Mechanismen in Kraft, die zum einen den jetzt wahrgenommenen Akutschmerz verstärken können,

  • zum anderen erfolgt eine Rückkopplung unwillkürlich über efferente Fasern des skelettomotorischen sowie sympathischen Nervensystems

  • Folge starker postoperativer Schmerzen:

  • Schonhaltung

  • Falsche Atmung

  • Verhaltenes Abhusten

  • Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck

  • Störung der Wundheilung

  • Immobilität/Inaktivität mit erhöhter Thrombose-, Dekubitus- und Kontrakturgefährdung

  • Weitere Auswirkungen empfundener Schmerzen sind Schlafstörungen sowie Defizite der Selbstpflege

  • Schmerz verliert hier seine Warn- und Schutzfunktion für den Organismus, er dient nicht mehr dem Erhalt der körperlichen Schutzfunktion

Maßnahmen
  • Analgetika stellen in dieser Situation die wichtigste Modulationsgröße dar, sie greifen auf der physiologischen Ebene ein und mindern das schmerzassoziierte Komplikationsrisiko

  • Kühlpads

  • Lagerung verändern/ verbessern

Schmerzerfassungs-

instrument

  • Schmerzskalen sind einfache, aussagekräftige und reproduzierbare Instrumente und führen mit minimaler Inanspruchnahme des Patienten zu schnellen Ergebnissen

  • In der Klinik Schöneberg wird anhand der Numerischen Rating Skala (NRS) der Schmerz erhoben

Beispiele einer Numerischen Rating Skala

Abbildung

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Allgemeine Anästhesie und perioperative Versorgung

Transurethraler Blasenkatheter

Es gelten die im Hygieneplan festgelegten Maßnahmen ausnahmslos!

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Katheterisierung, Festlegung der Kathetergröße- und Art

Hygieneplan der Klinik, Kontrolle des Katheter- durchflusses und korrekte Fixierung, Dokumentation und sofortige Meldung bei Auffälligkeiten

Materialien

Katheterset bestehend aus Tupfer, Pinzette, Lochtuch,

  • Sterile Handschuhe

  • Instillagel

  • Katheterbeutel

  • Katheter

  • Schleimhautdesinfektionsmittel laut Hygieneplan

  • 10ml Aqua

  • 10ml Spritze

Indikation
  • Perioperativ

  • Bilanzierung der Harnausscheidung schwer erkrankter Personen

  • Akuter Harnverhalt

  • perianale Wundheilungsstörungen

  • In der Palliativmedizin zur Verbesserung der Lebensqualität

  • Neurogene Blasenentleerungsstörung

Kontraindikation
  • Harnröhrenabriss

  • Harnröhrenverengung

  • Prostatitis

Komplikationen
  • Nosokomiale Harnwegsinfektion

  • Verletzung der Blase

  • Verletzung der Harnröhre

  • Urethritis, Prostatitis, Epididymitis

  • Harnröhrenstriktur (Spätfolge)

Durchführung bei einer Frau
  • Patienten informieren (falls nicht narkotisiert)

  • Moltex unter Gesäß des Patienten anbringen

  • Steriles Material in greifbarer Nähe vorbereiten

  • Patient in Rückenlage mit auseinandergewinkelten Knien und einander anliegenden Füßen

  • Hände desinfizieren

  • Sterile Handschuhe anziehen

  • Lochtuch anbringen

  • Nicht dominante Hand spreizt die Schamlippen CAVE: unsteril!

  • Desinfektion der Vulva von ventral nach dorsal, Tupfer nach einmal wischen verwerfen

  • Abspreizung der kleinen Schamlippen und ebenfalls desinfizieren

  • Instillagel auf die Katheterspitze als Gleitmittel geben

  • Katheter in die Harnröhre einführen, mit leichtem Druck, bis Urin abfließt

  • Mit 10ml Aqua Katheter blocken

  • Katheter vorsichtig nach vorn ziehen, bis ein Widerstand zu spüren ist

  • Katheterbeutel anbringen

  • Handschuhe verwerfen und Hände desinfizieren

  • Ggf. Katheter mit Octenisept nochmals reinigen, um Urinreste zu beseitigen

  • Aufräumen

Durchführung beim Mann
  • Patienten informieren (falls nicht narkotisiert)

  • Moltex unter Gesäß des Patienten anbringen

  • Steriles Material in greifbarer Nähe vorbereiten

  • Lagerung in Rückenlage

  • Hände desinfizieren

  • Sterile Handschuhe anziehen

  • Lochtuch anbringen

  • Nicht dominante Hand greift den Penis CAVE: unsteril

  • Äußere Genitale desinfizieren, Tupfer nach einmal wischen verwerfen

  • Vorhaut zurückstreifen und Harnröhreneingang desinfizieren

  • Instillagel in Harnröhre injizieren (dient zur Anästhesie und als Gleitmittel)

  • Penis in Richtung kaudal halten, Katheter einführen, bis Widerstand zu spüren ist

  • Nun Penis senkrecht anheben und Katheter vorschieben, bis Urin abfließt

  • Katheter mit 10ml Aqua blocken

  • Katheter vorsichtig nach vorn ziehen, bis ein Widerstand zu spüren ist

  • Katheterbeutel anbringen

  • Handschuhe verwerfen

  • Hände desinfizieren

  • Ggf. Katheter mit Octenisept nochmals desinfizieren, um Urinreste zu beseitigen

Kinderanästhesie

Standards, Maße, Dosierungen und Ausstattung für die Kinderanästhesie.

Kinderanästhesie

Kindernarkose

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

der Narkose

Kommunikation, Monitoring

Vorbereitung OP-Saal
  • Raumtemperatur anpassen

  • OP-Tisch mit Wärmedecke aufwärmen

  • Lagerungshilfsmittel bereitlegen

Vorbereitung Narkoseutensilien
  • Kinderwagen mit Narkosezubehör in den OP-Saal

  • Narkosegerät mit kleinem Ulmer-System vorbereiten (Kind bis 25 kg), Filter für Kinder benutzen

  • Überwachungsutensilien:

  • SpO²-Klebesensoren und EKG-Überwachung !!!

  • Utensilien für Anästhesie zurechtlegen:

  • Maske (jeweils 2 Größen hinlegen), Güdeltubus

  • Tubus: entsprechend Alter/Gewicht des Kindes

  • Berechnung: ID = 4+AlterKind/4; ebenso „Kleinfinger-Regel“ anwenden

  • Larynxmaske ebenfalls entsprechend kg KG vom Kind und Alter angepasst

  • Tubus nächstkleinere/-größere Größe bereitlegen

  • an Fixierung für Tubus/Larynxmaske denken

  • Cuffdruckmesser!!

  • Medikamente: (immer unter Absprache mit dem zuständigen Anästhesisten)

  • Vorgewärmte Infusion richten

  • Propofol 1%ig

  • Remifentanil 1mg auf 50ml NaCl

  • PONV-Prophylaxe für Kinder (Dexamethason & Ondansetron)

  • Analgetika-Gabe (Supp. Paracetamol 250 mg) kurz vor Ende der OP

Vorbereitung Kind für Narkose/OP
  • Station klebt EMLA-Pflaster auf die möglichen Punktionsstellen für i.v. Zugang beim Kind

  • das Kind mind. 45 Minuten vor Schnitt einbestellen

  • Unterlagen gemeinsam mit Elternteil überprüfen

  • Prämedikation p.o. dem Kind verabreichen

  • 🡺Midazolam-Saft ( z.B. Dormicum®) 0,4 mg/kg KG oral

  • mit Absprache Anästhesist

  • warten bis Prämedikation wirkt

  • 10 min. vor Legen des i.v.-Zugangs EMLA-Pflaster entfernen

  • dann legen des i.v.-Zuganges

Narkoseeinleitung Kind
  • Alle benötigten Utensilien ( Kinderwagen) in greifbarer Nähe platzieren

  • AUF RUHIGE ATMOSPHÄRE ACHTEN!!

  • Überwachung beim Kind anschließen ( SpO²-Klebesensor und EKG)

  • i.v. Einleitung priorisieren

  • inhalative Narkoseeinleitung nur wenn zuvor kein i.v.-Zugang möglich gewesen ist

Inhalative Narkoseeinleitung
  • AUF RUHE IM OP SAAL ACHTEN!!!

  • Überwachung anschließen

  • Passende Beatmungsmaske für Kind , um eine optimale Narkoseeinleitung per Maske zu gewährleisten

  • Kind soll gut fixiert sein

  • Wenn das Kind fest eingeschlafen ist, gibt der Anästhesist die Freigabe damit der i.v.-Zugang gelegt werden kann, fixieren des Zugangs mit Pflaster

  • Dann weiteres Verfahren wie i.v. Narkoseeinleitung

  • Lagekontrolle Tubus und Cuffdruckkontrolle sind obligat!

Narkoseausleitung
  • Kurz vor Ende der OP den i.v.-Zugang mit Fixierbinden verbinden

  • WICHTIG!

  • Geduld und Ruhe 🡺Zu früher Extubationsversuch birgt Gefahr von Laryngospasmus

  • Bei Intubationsnarkose:

  • Entsprechenden Absaugkatheter bereitlegen (schwarzer Absaugkatheter) Mund und Rachen absaugen

  • Bei Extubation wird die Lunge durch Anästhesisten leicht gebläht

  • das Kind wird in eine Seitenlage bringen ggf. noch O² Gabe über Maske nötig

Postoperative Überwachung Kind im AWR
  • Weiterhin Monitoring über SpO² Klebesensor

  • Frühzeitig Elternteil holen (vertraute Person ist sehr wichtig)

  • Analgetika-Gabe, wenn notwendig titriert geben nach ärztl. AO

Komplikationen

LARYNGOSPASMUS

Auslöser:

  • zu früher Intubationsversuch bei inhalativer Narkoseeinleitung

  • Extubation währen Exitationsphase

  • mechanischer Reiz des Tubus

  • 100% Sauerstoffgabe über Maske, Atemwege freihalten durch Esmarch-Handgriff; vorsichtige Beatmungsversuche , bei weiter fallenden O² Sättigung, absaugen und alles Nötige für Reintubation bereitstellen

  • BRADYCARDIE

  • Atropin bereithalten ; 0,01-0,02 mg/kg i.v.

  • MALIGNE HYPERTHERMIE

  • (siehe Standard Maligne Hyperthermie)

  • Erhöhte Gefahr bei inhalativer Narkoseeinleitung ( Triggersubstanz, Sevofluran)

Kinderanästhesie

Maße und Dosierungen in der Kinderanästhesie

Abbildung

Kinderanästhesie

Kinderanästhesiewagen- Standard

Erste Schublade

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3x Dreiweghähne mit Verlängerung

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Zweite Schublade

Dritte Schublade

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Atemwege

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Vierte Schublade

Beatmung und Filter

Abbildung

Äußere Ablage

für Kinder (500ml)

Postoperative und organisatorische Abläufe

Postoperative Überwachung sowie ambulante und stationäre Prozessabläufe.

Postoperative und organisatorische Abläufe

Postoperative Überwachung

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Interventionen, Freigabe zur Verlegung/ Entlassung

Erstmaßnahmen bei Komplikationen

Vorkommnisse an den zuständigen Arzt

Grundsätze der Überwachung

Unabhängig von der Dauer du der Schwere des Eingriffs oder der erfolgten Narkosetechnik verbringt der Patient die ersten Stunden im Aufwachraum. Eine Ausnahme bilden intensivpflichte Patienten, diese werden nach der Operation bzw. der Narkose auf direktem Weg auf die Intensivstation gebracht. Durch die kontinuierliche Überwachung können im Aufwachraum mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dabei spielt für die Dauer und Intensität der Überwachung in der ersten postoperativen Phase das Alter des Patienten, Vorerkrankungen und präoperativ erkannte Risikofaktoren eine wesentliche Rolle. Der Patient kann nach Rücksprache mit dem Anästhesisten erst dann verlegt werden:

Klinische Beobachtung

Sehen

  • Atmung des Patienten, z.B. Thoraxbewegungen

  • Hautfarbe, z.B. Zyanose, Anämie, Urtikaria

  • Blutungen, z.B. Drainagen, durchgebluteter Verband

  • Bewusstsein, z.B. Blickkontakt, Reaktionen des Patienten

Hören

  • Atmung z.B. Stridor, zurückgefallene Zunge, Spastik, Verschleimung der Atemwege

  • Bewusstsein, z.B. Reaktion auf Ansprache

Tasten

  • Pulsqualität, Herzrhythmus

  • Hautbeschaffenheit und –Temperatur -> Schwitzen, kaltschweißig

Riechen

  • Narkosemittelüberhang von volatilen Anästhetika

Überwachung und Therapiemaßnahmen

Kreislauf

  • Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung über Monitor kontinuierlich überwachen, dabei Alarmgrenzen eher eng einstellen

  • EKG-Monitoring: Tachykardie kann auf einen Volumenmangen oder auf Schmerzen hinweisen

  • Extrasystolen bzw. Arrhythmien können ein Hinweis auf Elektrolytstörungen sein

  • Patienten mit bekannter koronarer Herzerkrankung sind besonders auf Zeichen einer Angina pectoris zu überwachen -> Schmerzen, EKG-Veränderungen

Atmung

  • Falls keine operative Kontraindikation besteht, Oberkörper leicht erhöht positionieren

  • Sauerstoff über Nasensonde oder Sauerstoffbrille zuführen, in der Regel 2-4l/Min., bei mehr als 6l/Min. Maske verwenden

  • SaO2-Wert sowie Atemfrequenz (ggf. Atemkurve) über Monitor kontinuierlich überwachen

  • Thoraxbewegungen und Atemtiefe können ein Hinweis auf Schonatmung sein

  • Stridor bei Komplikationen des Laryngospasmus -> Maßnahmen bei Hinweis auf Anästhetikarebound

Bewusstseinslage

  • Wachzustand: Der Patient kommt Aufforderungen korrekt nach. Er ist zu seiner Person, örtlich und zeitlich orientiert

  • Somnolenz: Der Patient ist schlaftrunken. Er kann leicht erweckt werden, schläft aber wieder ein, wenn man ihn in Ruhe lässt

  • Sopor: Nur auf lautes Zurufen versucht sich der Patient kurz zu orientieren. Auf Schmerzreize reagiert er mit gezielten Abwehrbewegungen. Er ist aber unfähig jeglicher spontanen Aktivität

  • Koma: Der Patient ist bewusstlos und auch durch Schmerzreize nicht erweckbar

Temperatur

  • Temperatur nach größeren, längeren Eingriffen und bei Patienten mit erhöhtem Risiko einer Malignen Hyperthermie kontinuierlich kontrollieren

  • Die meisten Patienten sind unterkühlt

  • Patienten mit warmen Tüchern oder mittels Wärmetherapie erwärmen

Wasserhaushalt

  • Urinausscheidung beobachten: Katheter- oder Spontanurin

  • Auf korrekte Lage und Abfluss des Katheters achten

  • Katheterurin je nach Operation halbstündlich bis stündlich kontrollieren

  • Ggf. ZVD messen

  • Volumengabe nach ärztlicher Anordnung

Wundgebiet, Drainagen, Saugungen

  • Drainagen auf Lage, knickfreien Verlauf, Konnektion und Abfluss kontrollieren, um Nachblutungen rechtzeitig zu erkennen. Drainagen so sichern, dass sie nicht versehentlich gezogen werden können

  • Verbände kontrollieren -> Nachblutungen

  • Sog der Redondrainagen auf richtigen Sog und Abfluss achten

Schmerzen

Schmerzen - gerade nach Oberbaucheingriffen - führen zu Schonatmung des Patienten und damit zu einer erhöhten Pneumoniegefahr

  • Patienten fragen ob er Schmerzen hat (NRS verwenden)

  • Eine vorausschauende Gabe von Analgetika ist anzustreben, da in der Phase der Schmerzentstehung niedrige Analgetikadosierungen zur Schmerzbekämpfung ausreichen als bei voll ausgeprägten Schmerz.

  • Zur Vorbeugung von Schwellungen und Linderung von Schmerzen nach Eingriffen an Extremitäten diese nach Vorgabe des Operateurs lagern und kühlen

Erbrechen

  • Hilfestellung beim Erbrechen

  • Aspiration vermeiden

  • Antiemetika nach ärztlicher Anordnung

Positionierung des Patienten

  • In der Regel 30° Oberkörperhochlagerung

  • Ansonsten abhängig von der Operationstechnik und den Anästhesieverfahren

  • Nach Spinalanästhesie besteht Bettruhe

  • Spezielle Lagerung, z.B. von Extremitäten nach Angaben des Operateurs

Dokumentation

  • Alle durchgeführten Überwachungsparameter

  • Aufgetretene Komplikationen

  • Verabreichte Medikamente

  • Evtl. vorhandene Hautschäden

Verlegung aus dem Aufwachraum
  • Der Patient ist wach und orientiert

  • Kardiopulmonal stabil

  • Hat keine Schmerzen (NRS > 3)

  • Hat kein PONV bzw. erfolgreich therapiertes PONV

  • Hat etwas getrunken

  • Patient weist keine Nachblutungen auf (Drainagen, Verband)

  • Ist frei von unerwarteten Paresen

Postoperative und organisatorische Abläufe

Ablauf im Umgang mit Patienten bei ambulanten Operationen

Anmeldung und Dokumentenkontrolle

Vorbereitung des Patienten

Venenzugang und Transport in den OP-Saal

Übernahme durch das Anästhesie-Team

Operation und Rücktransport

Nachsorge und Übergabe

Entlassungsvorbereitung

Entlassung

Postoperative und organisatorische Abläufe

Ablauf im Umgang mit Patienten bei stationären Operationen

Koordination & Abruf

Vorbereitung im Aufwachraum

Transport in den OP -Saal

Narkoseeinleitung

Intraoperative Phase

Ausleitung und Verlegung in den Aufwachraum

Betreuung im Aufwachraum

Rückverlegung auf Station