# Kindernarkose

**Definition**

- Die **Kindernarkose** ist eine alters- und gewichtsspezifisch angepasste Allgemeinanästhesie bei pädiatrischen Patienten (Neugeborene bis Jugendliche), die unter besonderer Berücksichtigung physiologischer, psychologischer und anatomischer Unterschiede erfolgt. Sie kann als inhalative oder intravenöse Narkose durchgeführt werden

**Ziel**

- Sichere Durchführung einer kindgerechten Narkose unter Berücksichtigung der emotionalen, physiologischen und medikamentösen Besonderheiten bei Kindern

**Zweck**

- Ermöglichung schmerzfreier diagnostischer oder operativer Eingriffe

- Minimierung von Komplikationen durch altersgerechte Medikamentenwahl und - Dosierung

- Reduktion von Angst und Trauma durch ein kindzentriertes Vorgehen

- Standardisierte Abläufe für mehr Patientensicherheit

**Zuständigkeiten**

- Anästhesieärzte - Aufklärung, Medikamentenwahl, Durchführung

> der Narkose

- ATA/ Pflege - Vorbereitung; Assistenz, kindgerechte

> Kommunikation, Monitoring

<table>
<colgroup>
<col style="width: 27%" />
<col style="width: 72%" />
</colgroup>
<thead>
<tr class="header">
<th>Vorbereitung OP-Saal</th>
<th><ul>
<li><p>Raumtemperatur anpassen</p></li>
<li><p>OP-Tisch mit Wärmedecke aufwärmen</p></li>
<li><p>Lagerungshilfsmittel bereitlegen</p></li>
</ul></th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr class="odd">
<td>Vorbereitung Narkoseutensilien</td>
<td><ul>
<li><p>Kinderwagen mit Narkosezubehör in den OP-Saal</p></li>
<li><p>Narkosegerät mit kleinem Ulmer-System vorbereiten (Kind bis 25 kg), Filter für Kinder benutzen</p></li>
<li><p><em>Überwachungsutensilien:</em></p></li>
<li><p>SpO²-Klebesensoren und EKG-Überwachung !!!</p></li>
<li><p>Utensilien für Anästhesie zurechtlegen:</p></li>
<li><p>Maske (jeweils 2 Größen hinlegen), Güdeltubus</p></li>
<li><p>Tubus: entsprechend Alter/Gewicht des Kindes</p></li>
<li><p>Berechnung: ID = 4+AlterKind/4; ebenso „Kleinfinger-Regel“ anwenden</p></li>
<li><p>Larynxmaske ebenfalls entsprechend kg KG vom Kind und Alter angepasst</p></li>
<li><p>Tubus nächstkleinere/-größere Größe bereitlegen</p></li>
<li><p>an Fixierung für Tubus/Larynxmaske denken</p></li>
<li><p>Cuffdruckmesser!!</p></li>
<li><p><em>Medikamente:</em> (immer unter Absprache mit dem zuständigen Anästhesisten)</p></li>
<li><p>Vorgewärmte Infusion richten</p></li>
<li><p>Propofol 1%ig</p></li>
<li><p>Remifentanil 1mg auf 50ml NaCl</p></li>
<li><p>PONV-Prophylaxe für Kinder (Dexamethason &amp; Ondansetron)</p></li>
<li><p>Analgetika-Gabe (Supp. Paracetamol 250 mg) kurz vor Ende der OP</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="even">
<td>Vorbereitung Kind für Narkose/OP</td>
<td><ul>
<li><p>Station klebt EMLA-Pflaster auf die möglichen Punktionsstellen für i.v. Zugang beim Kind</p></li>
<li><p>das Kind mind. 45 Minuten vor Schnitt einbestellen</p></li>
<li><p>Unterlagen gemeinsam mit Elternteil überprüfen</p></li>
<li><p>Prämedikation p.o. dem Kind verabreichen</p></li>
<li><p>🡺Midazolam-Saft ( z.B. Dormicum®) 0,4 mg/kg KG oral</p></li>
<li><p>mit Absprache Anästhesist</p></li>
<li><p>warten bis Prämedikation wirkt</p></li>
<li><p>10 min. vor Legen des i.v.-Zugangs EMLA-Pflaster entfernen</p></li>
<li><p>dann legen des i.v.-Zuganges</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="odd">
<td>Narkoseeinleitung Kind</td>
<td><ul>
<li><p>Alle benötigten Utensilien ( Kinderwagen) in greifbarer Nähe platzieren</p></li>
<li><p>AUF RUHIGE ATMOSPHÄRE ACHTEN!!</p></li>
<li><p>Überwachung beim Kind anschließen ( SpO²-Klebesensor und EKG)</p></li>
<li><p>i.v. Einleitung priorisieren</p></li>
<li><p>inhalative Narkoseeinleitung nur wenn zuvor kein i.v.-Zugang möglich gewesen ist</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="even">
<td>Inhalative Narkoseeinleitung</td>
<td><ul>
<li><p>AUF RUHE IM OP SAAL ACHTEN!!!</p></li>
<li><p>Überwachung anschließen</p></li>
<li><p>Passende Beatmungsmaske für Kind , um eine optimale Narkoseeinleitung per Maske zu gewährleisten</p></li>
<li><p>Kind soll gut fixiert sein</p></li>
<li><p>Wenn das Kind fest eingeschlafen ist, gibt der Anästhesist die Freigabe damit der i.v.-Zugang gelegt werden kann, fixieren des Zugangs mit Pflaster</p></li>
<li><p>Dann weiteres Verfahren wie i.v. Narkoseeinleitung</p></li>
<li><p>Lagekontrolle Tubus und Cuffdruckkontrolle sind obligat!</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="odd">
<td>Narkoseausleitung</td>
<td><ul>
<li><p>Kurz vor Ende der OP den i.v.-Zugang mit Fixierbinden verbinden</p></li>
<li><p>WICHTIG!</p></li>
<li><p>Geduld und Ruhe 🡺Zu früher Extubationsversuch birgt Gefahr von Laryngospasmus</p></li>
<li><p>Bei Intubationsnarkose:</p></li>
<li><p>Entsprechenden Absaugkatheter bereitlegen (schwarzer Absaugkatheter) Mund und Rachen absaugen</p></li>
<li><p>Bei Extubation wird die Lunge durch Anästhesisten leicht gebläht</p></li>
<li><p>das Kind wird in eine Seitenlage bringen ggf. noch O² Gabe über Maske nötig</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="even">
<td>Postoperative Überwachung Kind im AWR</td>
<td><ul>
<li><p>Weiterhin Monitoring über SpO² Klebesensor</p></li>
<li><p>Frühzeitig Elternteil holen (vertraute Person ist sehr wichtig)</p></li>
<li><p>Analgetika-Gabe, wenn notwendig titriert geben nach ärztl. AO</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="odd">
<td>Komplikationen</td>
<td><p>LARYNGOSPASMUS</p>
<p>Auslöser:</p>
<ul>
<li><p>zu früher Intubationsversuch bei inhalativer Narkoseeinleitung</p></li>
<li><p>Extubation währen Exitationsphase</p></li>
<li><p>mechanischer Reiz des Tubus</p></li>
</ul>
<ul>
<li><p>100% Sauerstoffgabe über Maske, Atemwege freihalten durch Esmarch-Handgriff; vorsichtige Beatmungsversuche , bei weiter fallenden O² Sättigung, absaugen und alles Nötige für Reintubation bereitstellen</p></li>
</ul>
<ul>
<li><p>BRADYCARDIE</p></li>
<li><p>Atropin bereithalten ; 0,01-0,02 mg/kg i.v.</p></li>
<li><p>MALIGNE HYPERTHERMIE</p></li>
<li><p>(siehe Standard Maligne Hyperthermie)</p></li>
<li><p>Erhöhte Gefahr bei inhalativer Narkoseeinleitung ( Triggersubstanz, Sevofluran)</p></li>
</ul></td>
</tr>
</tbody>
</table>
