QM Anästhesie – Verfahren, Atemweg und Notfälle

Notfallmanagement, Atemwegssicherung, besondere Einleitungen und Regionalanästhesieverfahren. Technische Testfassung aus der Word-Vorlage vom 29.07.2025.

Hinweis: Medizinische, rechtliche und normative Inhalte wurden in dieser technischen Testfassung nicht geprüft.

Notfälle und Komplikationen

Standardisiertes Vorgehen bei lebensbedrohlichen oder schwerwiegenden anästhesiologischen Komplikationen.

Notfälle und Komplikationen

Maligne Hyperthermie

Definition

Bei der Malignen Hyperthermie handelt es sich um eine lebensbedrohliche Narkosekomplikation, bei der es zu einer Stoffwechselentgleisung mit Anstieg der Körpertemperatur von bis zu 43°C, Muskelrigidität und metabolischer Azidose kommt.

Sie führt zu einer exzessiven Steigerung des Stoffwechsels sowie einem Anstieg des Sauerstoffverbrauchs und der Kohlendioxidproduktion.

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Notfallleitung

Kühlmaßnahmen

Ursachen und Risikosituationen

Gefährdete Patienten

  • Genetische Disposition des Patienten, positive Familienanamnese

  • Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen oder Auffälligkeiten, z.B. häufig auftretende Muskelkrämpfe, Muskelschwäche, CK im Serum↑

  • Anstieg der Körpertemperatur nach körperlicher Anstrengung oder Aufregung

Triggersubstanzen

  • Volatile Inhalationsanästhetika, z.B. Halothan, Methoxyfluran, Enfluran, Isofluran, Sevofluran, Chloroform, und Äther

  • Depolarisierende Muskelrelaxanzien, z.B. Succinylcholin

Substanzen ohne wahrscheinliche Triggerwirkung

  • Barbiturate

  • Opiate

  • Benzodiazepine

  • Etomidat

  • Propofol

  • Nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien

  • Cholinesterasehemmer

  • Esterartige Lokalanästhetika

Symptome

Masseterspasmus und Muskelrigidität

Nach Einleitung mit Inhalationsanästhetika und Succinylcholin oft das erste Anzeichen

Kardiovaskulär

  • Tachykardie, supraventrikulär

  • Herzrhythmusstörungen, z.B. Bigeminus, VES

  • Initial Hypertonie, im Verlauf Hypotonie

Hyperkapnie

  • Bei gleichbleibendem AMV ist eine Verdreifachung der endtidalen CO2-Konzentration innerhalb weniger Minuten möglich

  • Differenzialdiagnostisch

  • Hypoventilation

  • Erhöhte CO2-Produktion, z.B. Fieber, Wiedererwärmung

  • Gesteigerter CO2-Anfall, z.B. verbesserte periphere Zirkulation, Natriumbikarbonat

  • CO2-Rückatmung, z.B. verbrauchter Atemkalk

  • CO2-Absorption bei Laparoskopie

Pulmonal

  • Anstieg des exspiratorischen CO2-Werts

  • Hypoxie, Zyanose

  • Tachypnoe beim spontan atmenden Patienten

Hyperthermie

  • Rascher Temperaturanstieg: 1°C/5 Min.

  • Kein Frühzeichen aufgrund niedriger Raumtemperatur

  • Differenzialdiagnostisch

  • Sepsis

  • Transfusionsreaktion

  • Pyrogenhaltige Infusionslösung

  • Zerebrale Regulationsstörung

  • Pharmaka, z.B. Atropin

  • Wärmestau (bei Kindern)

Spätsymptome

  • Körpertemperatur steigt aufgrund der metabolischen Entgleisung auf bis zu 43°C an, ausgeprägtes Schwitzen, Erwärmung des CO2- Absorberbehälters

  • Erythematösem Flush folgen Hautmarmorierungen und Zyanose

  • Verbauchskoagulopathie

  • Linksherzsinsuffizienz mit Lungenödem

  • Akutes Nierenversagen

  • Hirnödem

Laborbefunde

  • PCO2 ↑, pO2 ↓

  • Respiratorische und metabolische Azidose, pH ↓↓

  • Ca2 ↑, K+ ↑

  • CK ↑, LDH ↑, Myoglobin im Blut ↑

  • Glukose ↑, Laktat ↑, Pyruvat ↑

  • Myoglobinurie, Oligurie

Maßnahmen und Therapie
  • Beim geringsten Verdacht auf MH sofort mit der Therapie beginnen

  • Zufuhr aller Triggersubstanzen stoppen

  • Frischgasfluss maximieren zum Auswaschen der Triggersubstanz

  • Operateur informieren, Eingriff so schnell wie möglich beenden

  • Hyperventilation mit FiO2 1,0 -> AMV an erhöhten O2-Verbrauch und CO2-Produktion anpassen

Dantrolen®

  • Dantrolen® hemmt die Freisetzung von Ca2+ aus dem sarkoplasmatischen Retikulum der Muskelzellen und ist die einzige mögliche kausale Therapie der Malignen Hyperthermie

  • Dantrolen® 2,5mg/KG als Schnellinfusion verabreichen

-> in Abhängigkeit von der MH-Symptomatik die Initialdosierung

  • wiederholen oder kontinuierliche Infusion verabreichen

Weitere Maßnahmen

  • Mehrere venöse Zugänge zur adäquaten Volumentherapie

  • Zentralvenösen Zugang

  • Hämodynamisches Monitoring erweitern: invasive Blutdruckmessung

  • Erweitertes Monitoring: Kapnometrie, Temperatursonde

  • Blasenkatheter legen

  • Engmaschige BGA-Kontrollen, metabolische Azidose ggf. mit Natriumbikarbonat ausgleichen

  • Medikamentöse Therapie der Herzrhythmusstörungen

  • Hyperkaliämie mit Insulin und Glukose therapieren

  • Patienten kühlen

  • Gekühlte Lösungen infundieren

  • Operationsgebiet kühlen − Oberflächenkühlung, z.B. mit Eis Packs in Achseln und Leisten

  • Invasiv Kühlen (Magen, Blase, intravenös)

  • Kühlung bei einer Körpertemperatur von 38°C beenden

  • Wiederholte Laboranalysen: CK, Myoglobin, Gerinnungsparameter, ROTEM®

Prophylaxe
  • Bei gefährdeten Patienten sollte vorab eine Maligne Hyperthermie mittels eines Halothan-Koffein-Kontrakturtestes abgeklärt werden (in speziellen Zentren)

  • Operativer Eingriff bei gefährdeten Personen in jedem Fall in triggerfreier Narkose durchführen (TIVA, nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien)

  • Unbenutzten Narkoserespirator und frische Atemschläuche verwenden

  • Patienten auf MH-Symptomatik überwachen: EKG, Blutdruck, Pulsoxymetrie, Kapnometrie, kontinuierliche Temperaturmessung, arterielle und möglichst auch zentralvenöse Blutgasanalysen

  • Elektrolyte und Muskelenzyme

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Notfälle und Komplikationen

Anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktion

Definition

Anaphylaktische Reaktion

Freisetzung vasodilatorischer und bronchokonstriktorischer Substanzen, wie z.B. Histamin, nach Ablauf einer Antigen-Antikörperreaktion -> akute, lebensbedrohliche Situation Anaphylaktoide Reaktion

Freisetzung gefäßaktiver Substanzen ohne Antigen-Antikörperreaktion. Auftreten bereits beim ersten Kontakt mit der auslösenden Substanz (chemisch, thermisch, osmotisch) möglich, klinisch nicht von anaphylaktischer Reaktion zu unterscheiden.

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Notfalltherapie, Anordnung aller therapeutischen

Schritte inkl. Intubation, Volumen- und Medikamentengabe, Aufklärung der Angehörigen, ggf. Veranlassung allergologischer Nachsorge

und Applikation der Notfallmedikamente, Sicherstellung von Monitoring, Atemweg, Dokumentation, Kontrolle und Verfügbarkeit der Notfallmedikamente

Ursachen und Risikosituationen
  • Nahezu alle Medikamente und Substanzen können anaphylaktische der anaphylaktoide Reaktionen auslösen

  • Gehäuftes Auftreten bei bekannten Medikamentenallergien, Wiederholungsanästhesien, psychisch belasteten Patienten, Frauen und Atopikern

Auslöser

In der Anästhesie von Bedeutung:

  • Muskelrelaxanzien, z.B.Succinylcholin, Atracurim, Mivacurium

  • Latex

  • Antibiotika, z.B. Penicillin

  • i.v. Anästhetika, z.B. Thiopental, Methohexital, Propofol

  • Volatile Anästhetika, z.B. Halothan, Isofluran

  • Lokalanästhetika, z.B. insbesondere vom Ester-Typ

  • Blutprodukte

  • Analgetika, z.B. Morphin, Buprenorphin

  • Kolloide, z.B. Dextran, Gelatine

  • Röntgenkonstrastmittel

  • Heparin: heparininduzuierteThrombozytopenie (HIT)

  • Ethylendioxid (Rückstände von Sterilisationsgas bei medizinischen Produkten)Knochenzement

Symptome

Eine anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktion kann nach Applikation eines möglichen Antigens durch hämodynamische, pulmonale, kutane und/oder durch gastrointestinale Symptomatik deutlich werden

Abbildung

Maßnahmen und Therapie
  • Allergenzufuhr sofort stoppen

  • Information an den Operateur

  • Autotransfusionslage, wenn möglich

  • FiO2 1,0 verabreichen, Intubation, Beatmung

  • Wenn nichtvorhanden, großlumigen Gefäßzugang legen

  • Medikamentöse Therapie

  • Volumenzufuhr erhöhen

  • Katecholamine, Adrenalin

  • Hochdosiert Glukokortikoide, z.B. Prednisolon

  • Histaminantagonisten: H1-Antagonisten z.B. Fenistil®; H2- Antagonisten

Prophylaxe
  • Umfassende Patientenanamnese bezüglich

  • Medikamentenunverträglichkeit

  • Allergien

  • Nahrungsmittel- und Kreuzallergien

  • Asthma

  • Besonderheiten bei vorangegangenen Narkosen

  • Auslösende Medikamente und Substanzen vermeiden

  • Medikamentöse Prophylaxe bei Risikopatienten

  • Histaminantagonisten verabreichen, z.B. vor Röntgenkonstrastmittelgabe

  • Glukokortikoide

  • Durch frühzeitige Eigenblutspende Fremdbluttransfusionen vermeiden, Fremdblut sparende Verfahren anwenden

Notfälle und Komplikationen

Aspiration

Definition

Bei der Aspiration gelangen Mageninhalt, Blut oder Fremdkörper in das Tracheobronchialsystem. Eine Aspiration tritt bei verminderten oder aufgehobenen Schutzreflexen durch aktives Erbrechen oder passives Regurgitieren auf. Neben der Verlegung der Atemwege kommt es bei Aspiration des sauren Magensaftes (pH 2,5%) zur chemischen Schädigung der Alveolen mit der Folge eines Lungenödems. Eine unbemerkte Aspiration wird als “stille Aspiration” bezeichnet

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

geeigneter Maßnahmen, Durchführung von Intubation und Atemwegsicherung, Akuttherapie bei Aspiration inkl. Bronchoskopie, Beatmung, Antiinfektiva, Dokumentation und postoperatives Management

Bereitstellung von Absauggerät, Absaugkathetern, Notfallmedikamenten, Durchführung postaspiratorischen Lagerung, Unterstützung bei Atemwegspflege, Monitoring und Dokumentation

Risikopatienten
  • Patienten mit unzureichender Nahrungskarenz oder unklare Nüchternheit, z.B. Notfallpatienten

  • Patienten mit Ileus

  • Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und verzögerter Magenentleerung, z.B. Magenausgangsstenose, Ösophagusdivertikel, Gastrointestinalblutungen, Rückstau von Gallensaft, Pylorospasmus

  • Patienten mit erhöhtem intraabdominalem Druck, z.B. Geburtswehen, Tumor, Aszites

  • Patienten mit Blutungen im HNO-Bereich oder Gesichtstrauma

  • Patienten mit Intoxikationen

  • Extrem adipöse Menschen

  • Schwangerschaft

Symptome
  • Klinisch oft stumm

  • Zyanose, feuchte und trockene Rasselgeräusche

  • Hypoxämie, Hyperkapnie, Azidose

  • Bronchospasmus

  • Bei Aspiration von festem Material:

  • Verlagerung der Atemwege

  • Atelektasen

  • Vermindertes oder aufgehobenes Atemgeräusch, paradoxe Atmung

Vorsicht:

Tiefe Inspiration, Schlucken und Würgen, sind häufig zu beobachtende Frühsymptome einer bevorstehenden Regurgitation

Aspiration während der Narkose
  • Aspiriert der Patient während der Intubation, das Sekret vor der ersten Beatmung über den Tubus absaugen, um eine Verteilung des Aspirats in die Alveolen zu vermeiden

Aspiration während der Operation
  • Operateur informieren

  • Kopf tief lagern

  • Nasenrachenraum sofort digital ausräumen und unter laryngoskopischer Sicht endotracheal absaugen; ggf. Gezielt bronchoskopisch absaugen

  • Endotracheale Intubation, falls Patient nicht intubiert ist ! Mit FiO2 und PEEP beatmen

  • Bei festsitzendem Material mit 10ml NaCl 0,9% spülen; bei flüssigem Material weitere Verdünnung und Ausbreitung in die Periphere vermeiden

  • Blutgase und Kreislauffunktionen engmaschig kontrollieren

  • Postoperativ Patienten weiter intensiv überwachen

  • Bei Bronchospasmus ggf. Gabe von Kortikoiden und Bronchodilatatoren

  • Kalkulierte antibiotische Therapie erwägen

Weitere Diagnostik
  • Bronchoskopie zur gezielten Diagnosesicherung und Bronchiallavage, festes Material entfernen und eine Probe des flüssigen Materials zur Bestimmung des Keim- und/oder pH-Werts entnehmen

  • Röntgen-Thorax zur Abklärung von Atelektasen, Pneumonie oder Lungenödem

Prophylaxe
  • Sorgfältige Anamnese z.B. bezüglich Nüchternheit, gastrointestinaler Störungen oder Sodbrennen

  • Anästhesie bei Risikopatienten in Intubationsnarkose durchführen

  • Bei nicht oder unzureichend nüchternen Patienten grundsätzlich RSI-Einleitung durchführen

  • Bei intubierten Patienten Cuff-Druck prüfen, es darf keine Entweichung von Luft aus der Trachea hörbar sein

  • Mund- und Rachenraum regelmäßig absaugen

  • Mund- und Rachenraum bei HNO- und kieferchirurgischen Eingriffen tamponieren

Atemwegsmanagement und besondere Einleitung

Larynxmaske, Intubation, endotracheales Absaugen und RSI-/Ileus-Einleitung.

Atemwegsmanagement und besondere Einleitung

Larynxmaske

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Larynxmaske, Auswahl der geeigneten Größe und Art, Überwachung der Beatmung, ggf. Wechsel zur endotrachealen Intubation

bei Platzierung und Fixierung, Kontrolle der Beatmungsparameter und Lage, Dokumentation und hygienische Nachbereitung

Die Larynxmaske wurde 1983 durch A. Brain als Ersatz für die Maskenbeatmung während Allgemeinanästhesie entwickelt; ab 1990 war sie in Deutschland kommerziell verfügbar. Bei korrekter Platzierung der LAMA kommt diese mit ihrer Spitze im Bereich des oberen ösophagealen Sphinkters zu liegen. Die Epiglottis liegt vor den beiden Sicherungsstegen an der Innenseite der Larynxmaske.

Indikation
  • Sicherung des Atemwegs für einen elektiven Eingriff beim nüchternen Patienten. Auch z.B. für Adenotonsillektomie in der HNO, da möglicherweise bei Verzicht auf Muskelrelaxanzien durch die besser gesicherten Schutzreflexe das Risiko für die postoperative Aspiration von Blut sinkt.

  • Kürzere, kleinere Eingriffe, auch HNO-Eingriffe

  • Atemwegssicherung bei unerwartet schwierigem Atemweg (mehrfach fehlgeschlagene Intubation bei möglicher Maskenbeatmung wie auch bei Vorliegen einer “can’t intubate, can’t ventilate” -Situation

Komplikationen
  • Nicht nüchterner Patient

  • Aspirationsrisiko (Reflux, Hiatus- bzw. Zwerchfellhernie, Ileus, Adipositas per magna, Schwangerschaft ca. Ab der 15 SSW, verzögerte Magenentleerung)

  • Langzeitbeatmung

  • Entzündungen, Tumoren oder Blutungen in den oberen Atemwegen, die eine suffiziente Platzierung einer EGA (= extraglottische Atemwegshilfe) nicht ermöglichen, anatomische Veränderungen wie Obstruktionen im Bereich der Glottis und im subglottischen Bereich

  • Geringe Mundöffnung (<2cm)

  • Erwartete Beatmungsdrücke oberhalb des individuellen Leckagedruckes, z.B. bei pulmonal vorerkrankten Patienten

  • Notwenigkeit des regelmäßigen trachealen Zugangs

  • Ein-Lungen-Ventilation+

  • Interreferenz mit dem chirurgischen Eingriff

  • Notfallsituation bei Patienten, die nicht tief bewusstlos sind

Einführen
  • Bevor die Larynxmaske eingeführt wird, muss diese befeuchtet werden für ein leichteres Anlegen

  • Der Mund des Patienten wird mit der nicht dominanten Hand geöffnet.

  • Im Idealfall öffnet der Anästhesist diesen mit dem Esmarch-Griff.

  • Nun schiebt man die Maske mit der kehlkopffernen Seite entlang des Gaumens in den Rachen, bis man einen federnden Widerstand spürt

  • Ggf. greift man mit dem Finger in den Rachenraum, um ein Umschlagen der Larynxmaske zu verhindern

  • CAVE: Der Patient ist nicht relaxiert und kann bei niedriger Sedierung beißen

** **

Einführtechnik Larynxmaske

Abbildung

Atemwegsmanagement und besondere Einleitung

Endotracheale Intubation

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Materialien
  • Tubus ( Frau 7,5 / Mann 8,0)

  • Laryngoskop mit Spatel

  • 10 ml Spritze zum blocken und Cuffdruckmesser

  • Fixierband

  • Stethoskop

  • Führungsstab griffbereit auf dem Narkosewagen

  • Güdeltubus griffbereit ( Frau Gr. 3/ Mann Gr. 4 )

  • Funktionsfähige Absaugung

Vorbereitung

Patientenannahme

  • Der Intubierende steht hinter dem Kopf des Patienten

  • Die Pflegekraft steht neben dem Patienten und dem Intubationswagen, auf den sie direkten Zugriff hat, um Wege so kurz wie möglich zu halten und ein zügiges Arbeiten garantieren

Präoxygenierung und Anästhesie
  • Maske mit hohen O2 -Flow über Mund und Nase halten und Patienten zu tiefem Inhalieren auffordern.

  • Medikamentengabe und –Dosierung des Arztes, um Hörfehler deutlich auszuschließen, deutlich wiederholen und entsprechend verabreichen

  • Nach Gabe der Einleitungsmedikamente wird die Maskenbeatmung durchgeführt, evtl. mit Hilfe einem Güdeltubus verbessert. Erst wenn eine sichere Maskenbeatmung möglich ist, wird das Muskelrelaxans verabreicht

Lagerung des Kopfes
  • Wirkungseintritt des Relaxanz abwarten

  • Anschließend den Kopf leicht reklinieren und mit der rechten Hand den Mund öffnen

  • Der Daumen liegt zwischen Nase und Oberlippe, Zeige- und Mittelfinger drängen den Unterkiefer nach kaudal (unten)

  • Sobald das Hypnotikum wirkt, bringt der Intubierende den Kopf des Patienten in die Jackson-Position, oder auch in die verbesserte Jackson-Position

Intubation unter Sicht
  • Laryngoskopgriff in die Hand – meist in die linke Hand – des Intubierenden legen. Der Spatel zeigt in Richtung Mund des Patienten

  • Mit der linken Hand führt der Arzt das Laryngoskop ein, schiebt es vorsichtig vor, drängt die Zunge nach links und platziert die Spatelspitze vor die Epiglottis, sobald diese zu erkennen ist

  • Durch Zug in Griffrichtung wird die Epiglottis aufgerichtet und die Stimmritze ist zu erkennen.

  • ! Keine Gewalt anwenden, auf Zähne achten – Gefahr Zahnschäden

  • Tubus mit der Spitze vom Patienten weg dem Anästhesisten in die (rechte) Hand legen

  • Zur Verbesserung der Sicht ggf. rechten Mundwinkel des Patientenmit dem Finger etwas öffnen, oder leichten Druck auf den Schildknorpel ausüben

  • Ggf. Magillzange anreichen

  • ! Blick auf die Vitalwerte werfen und zwischendurch Puls fühlen

  • Nach erfolgter Intubation Laryngoskop und ggf. Magillzange abnehmen

  • Cuff nach Gehör blocken: Es wird so viel ml insuffliert, bis keine Nebenluft mehr hörbar ist (8-10ml).

  • ! Cuffdruck messen: 25mmHg dürfen nicht überschritten werden

  • CAVE: Druckulcera der Trachealschleimhaut

  • Tubus nach erfolgter Blockung fixieren und an das Beatmungsgerät konnektieren

  • Durch Auskultation die Lage des Tubus kontrollieren. Bei korrekter Lage endgültig fixieren

  • Bei Fixierung darauf achten, dass kein Pflaster auf das Lippenrot geklebt wird -> Parästhesien + Verletzungen

Risiken

Vor allem in Notfallsituationen kann es bei der endotrachealen Intubation zu Risiken kommen

  • Beschädigung der Zähne

  • Schleimhautverletzungen in Nase, Mund, Rachen und Luftröhre, die zu Blutungen führen können

  • Quetschungen oder Risse im Rachen oder an den Lippen

  • Verletzungen im Kehlkopfbereich, insbesondere an den Stimmbändern

  • Überblähung der Lunge

  • Einatmen von Mageninhalten (Aspiration)

  • Fehllage des Tubus in den Ösophagus

Extubation
  • Sobald der Narkosearzt sichergestellt hat, dass der Patient aus eigenem Antrieb wieder atmen kann, Schutzreflexe vorhanden sind und die künstliche Beatmung nicht mehr von Nöten ist kann der Tubus entfernt werden

  • Bevor der Tubus entfernt wird, ist es ratsam überschüssiges Sekret in Mund und Rachenraum abzusaugen

  • Erfüllt der Patient die oben genannten Kriterien, wird der Cuff des Tubus vollständig mit einer Spritze entleert und nach Absprache entfernt

Atemwegsmanagement und besondere Einleitung

Endotracheales Absaugen

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Überwachung bei schwieriger Absaugung oder Komplikationen

und Information bei Auffälligkeiten

Material
  • Funktionstüchtige Absaugeinheit, steriles Wasser zum Spülen

  • Absaugkatheter 16-20 Ch

  • Einmalhandschuhe

  • Steriler Einmalhandschuh

  • Ggf. Gleitmittel für den Absaugkatheter, z.B. steriles NaCl 0,9%

Vorbereitung
  • ! Hände vor dem endotrachealen Absaugen desinfizieren

  • Unsterile Handschuhe überziehen, beim Absaugen sterilen Handschuh an der absaugenden Hand

  • Absauganlage und –Katheter vorbereiten

  • Ggf. vorher Nasen- und Rachenraum absaugen, Magensonde ableiten, ggf. Absaugen

  • Präoxygenierung mit FiO2 1,0

Durchführung
  • Verpackung des Katheters aufreißen, allerdings in der Verpackung belassen, an Fingertipp anschließen

  • Ggf. Sterilen Handschuh anziehen and die Hand, die beim Entfernen der Schutzhülle den Absaugkatheter greift

  • Mit der unsterilen Hand Swivel-Konnektor lösen und auf der sterilen Innenseite des Hanschuhpapiers ablegen

  • Katheter ohne Sog einführen -> Sog nicht über 0,4 mbar ! Nur atraumatische Absaugkatheter (abgerundete Wulst am Saugerende) mit Sog einführen

  • Bei Widerstand den Katheter ca. 1cm zurückziehen

  • Unter drehenden Bewegungen und kontinuierlichen Sog den Katheter zurückziehen

  • Eine Hand fixiert den Tubus ! Der Absaugvorgang sollte nicht länger als 10-15 Sekunden dauern

  • Nach erfolgtem Absaugen Beatmungsschlauch sofort wieder an Respirator anschließen

  • Handschuh über den Katheter stülpen und zusammen entsorgen ! Ein einmal eingeführter Katheter wird aus hygienischen Gründen kein zweites Mal in den Tubus oder Nasenrachenraum eingeführt

Nachbereitung
  • Ggf. Beatmungsparameter in die Ausgangsposition zurückstellen

  • Auskultieren, Tubuslage kontrollieren

  • Cuffdruck kontrollieren, am endinspiratorischen Druck orientieren

  • Ggf. Nach einer Erholungspause Absaugvorgang nochmals wiederholen

Komplikationen
  • Mikroatelektasenbildung

  • Hämmodynamische Veränderungen

  • Akute Hypoxie, akute Bradykardie

  • Infiltrate, Pneumonie

  • Sekretstau, Lumenverlegung durch Borken und Sekret

Absaugen mit geschlossenem System

Beim praktischen Vorgehen gibt es zum “offenen Absaugen” folgende Abweichungen:

  • Die Präoxygenierung entfällt

  • Das Beatmungssystem bleibt mit dem Tubus konnektiert

  • Man braucht keinen sterilen Handschuh

  • Der Absaugkatheter wird nach dem Absaugen mit steriler Lösung gespült

Atemwegsmanagement und besondere Einleitung

RSI- Einleitung/ Ileus- Einleitung

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

der Medikamente, Intubation, Dokumentation

Einleitung und Intubation, Monitoring, Dokumentation

Indikation
  • Ileus, daher der Name Ileus-Einleitung

  • Jeder nicht nüchterne Patient, z.B. Notfälle, Unfälle, Polytraumen, hier zählt die Zeit der letzten Mahlzeit bis zum Unfall < 6 Stunden

  • Erhöhtes Nüchternsekret oder verlängerte Entleerungszeit des Magens

  • Schwangere ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft

  • Peritonitis

  • Blutungen im Nasenrachenraum oder Ösophagusbereich sowie Magenblutungen

  • Extrem adipöse Patienten

Vorbereitung
  • OP-Sauger sowie Absaugung des Narkosegeräts

  • Opiat, Hypnotikum und schnellwirksames Muskelrelaxans

  • Tubus mit Führungsstab

  • Laryngoskop mit Spatel

  • Ggf. Videolaryngoskop

  • Magensonde

Durchführung
  • Oberkörperhochlagerung

  • Absaugbereitschaft mit großlumigen Absaugkathetern

  • Ggf. Anlage einer Magensonde und darüber absaugen

  • Suffiziente Präoxygenierung

  • Zügige Injektion eines Opioids, Hypnotikum und eines schnellwirksamen Muskelrelaxans

  • Nach Ausprägung des Relaxans (fehlender Cornealreflex und Apnoe) wird der Tubus mit Führungsstab ohne Zwischenbeatmung in der Luftröhre platziert und der Cuff sofort geblockt.

  • Bei nicht traumatischer Atemwegsverlegung oder Atemwegsverlegung durch Erbrochenes oder Nahrungsreste sollte eine Intubation mit einem Videolaryngoskop durchgeführt werden

  • Zügiges intubieren unter Sicht

Risiken
  • Aspiration mit Lungenschädigung (Pneumonie, ARDS)

  • Fehlintubation

  • Hypoxie

  • Erhöhtes Risiko für Zahnschäden

  • Hypotension

  • Ösophagusruptur

Regionalanästhesie

Periphere und rückenmarksnahe Regionalanästhesieverfahren.

Regionalanästhesie

Regionalanästehesie- Plexus axillaris Block

Definition

Indikation

Operationen an:

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Durchführung der Blockade, Auswahl und Verordnung der Lokalanästhetika sowie Zusatzmedikation, postoperative Kontrolle und Steuerung (z.B. Perfusoren, Schmerzkatheter)

Perfusorenmanagement, Kontrolle der Vitalzeichen und Wirkung, Dokumentation und Patientensicherheit

** **

Prämedikation

Aufklärung über:

Jeder Patient muss über eine Vollnarkose zusätzlich aufgeklärt werden, mit den entsprechenden Vorbereitungen.

Vorbereitung

Jeder Patient bekommt eine Braunüle in den anderen Arm, aber keine routinemäßige Überwachung erforderlich.

Patientenlagerung

Besonderheiten bei weiteren Plexusblocks

Femoralis/Ischiadikus Block

Indikation

Vorbereitung

Lagerung

Transversus abdominalis plane Block

Indikation

LA-Intoxikation nach ausversehentlicher intravasaler Injektion von Lokalanästhetika

Regionalanästhesie

Rückenmarksnahe Regionalanästhesie

Definition

Ziel

Zweck

Zuständigkeiten

Beurteilung des Erfolgs, Notfallmanagement

Monitoring, Dokumentation, Medikamentenbereitstellung

Spinalanästhesie

Indikationen

Kontraindikationen

Prämedikation

Antikoagulantien

Aufklärung

Vorbereitung

Medikamente

Entlassmanagement

Komplikationen und Therapie

Frühkomplikationen

Totale Spinalanästhesie

Harnverhalt

LA-Intoxikation nach ausversehentlicher intravasaler Injektion von Lokalanästhetika

Spätkomplikationen

Transiente neurologische Symptome