# RSI- Einleitung/ Ileus- Einleitung

**Definition**

- Die **RSI (Rapid Sequence Induction)** ist eine spezielle Form der Narkoseeinleitung, die bei Patienten mit hohem Aspirationsrisiko – z. B. bei Ileus, Reflux, Trauma, nicht nüchternem Zustand – angewendet wird

- Ziel ist die rasche Sicherung der Atemwege durch Intubation **ohne Maskenbeatmung**, um eine Aspiration von Mageninhalt zu verhindern

- Bei einem nicht nüchternen Patienten besteht die Gefahr einer Aspiration von Mageninhalt während der Intubation. Um dieses zu verhindern, sind in diesem Fall spezielle Maßnahmen zur Intubation erforderlich

**Ziel**

- Sichere, strukturierte Durchführung der RSI zur Minimierung des Aspirationsrisikos

- schnellen Etablierung eines definitiven Atemwegs (endotracheale Intubation)

**Zweck**

- Schutz vor Mageninhaltaspiration bei Hochrisikopatienten

- Einhaltung von Notfallstandards zur Vermeidung hypoxischer und aspirativer Komplikationen

- Rechtssicherheit und Qualitätssicherung durch standardisiert

**Zuständigkeiten**

- Anästhesieärzte - Durchführung, Auswahl und Dosierung

> der Medikamente, Intubation, Dokumentation

- ATA/ Pflege - Materialvorbereitung, Assistenz bei

> Einleitung und Intubation, Monitoring, Dokumentation

<table>
<colgroup>
<col style="width: 25%" />
<col style="width: 74%" />
</colgroup>
<thead>
<tr class="header">
<th>Indikation</th>
<th><ul>
<li><p>Ileus, daher der Name Ileus-Einleitung</p></li>
<li><p>Jeder nicht nüchterne Patient, z.B. Notfälle, Unfälle, Polytraumen, hier zählt die Zeit der letzten Mahlzeit bis zum Unfall &lt; 6 Stunden</p></li>
<li><p>Erhöhtes Nüchternsekret oder verlängerte Entleerungszeit des Magens</p></li>
<li><p>Schwangere ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft</p></li>
<li><p>Peritonitis</p></li>
<li><p>Blutungen im Nasenrachenraum oder Ösophagusbereich sowie Magenblutungen</p></li>
<li><p>Extrem adipöse Patienten</p></li>
</ul></th>
</tr>
</thead>
<tbody>
<tr class="odd">
<td>Vorbereitung</td>
<td><ul>
<li><p>OP-Sauger sowie Absaugung des Narkosegeräts</p></li>
<li><p>Opiat, Hypnotikum und schnellwirksames Muskelrelaxans</p></li>
<li><p>Tubus mit Führungsstab</p></li>
<li><p>Laryngoskop mit Spatel</p></li>
<li><p>Ggf. Videolaryngoskop</p></li>
<li><p>Magensonde</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="even">
<td>Durchführung</td>
<td><ul>
<li><p>Oberkörperhochlagerung</p></li>
<li><p>Absaugbereitschaft mit großlumigen Absaugkathetern</p></li>
<li><p>Ggf. Anlage einer Magensonde und darüber absaugen</p></li>
<li><p>Suffiziente Präoxygenierung</p></li>
<li><p>Zügige Injektion eines Opioids, Hypnotikum und eines schnellwirksamen Muskelrelaxans</p></li>
</ul>
<ul>
<li><p>Nach Ausprägung des Relaxans (fehlender Cornealreflex und Apnoe) wird der Tubus mit Führungsstab ohne Zwischenbeatmung in der Luftröhre platziert und der Cuff sofort geblockt.</p></li>
<li><p>Bei nicht traumatischer Atemwegsverlegung oder Atemwegsverlegung durch Erbrochenes oder Nahrungsreste sollte eine Intubation mit einem Videolaryngoskop durchgeführt werden</p></li>
</ul>
<ul>
<li><p>Zügiges intubieren unter Sicht</p></li>
</ul></td>
</tr>
<tr class="odd">
<td>Risiken</td>
<td><ul>
<li><p>Aspiration mit Lungenschädigung (Pneumonie, ARDS)</p></li>
<li><p>Fehlintubation</p></li>
<li><p>Hypoxie</p></li>
<li><p>Erhöhtes Risiko für Zahnschäden</p></li>
<li><p>Hypotension</p></li>
<li><p>Ösophagusruptur</p></li>
</ul></td>
</tr>
</tbody>
</table>
