Rückenmarksnahe Regionalanästhesie
Definition
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Rückenmarksnahe Regionalanästhesien umfassen die Spinalanästhesie (SPA) und die Periduralanästhesie (PDA)
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Dabei werden Lokalanästhetika in den Spinalraum (SPA) oder Periduralraum (PDA) eingebracht, um eine reversible Blockade der Nervenleitungsbahnen im Rückenmarksniveau zu bewirken
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Ziel ist eine vollständige Schmerzfreiheit in bestimmten Körperregionen – intraoperativ oder zur postoperativen Analgesie
Ziel
- Sichere, standardisierte Durchführung der rückenmarksnahen Regionalanästhesie zur intraoperativen Anästhesie oder postoperativen Schmerztherapie unter Einhaltung aller hygienischen, technischen und medizinischen Anforderungen
Zweck
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Vermeidung von Komplikationen (z. B. Infektionen, Blutungen, Nervenschäden)
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Verbesserung der Patientensicherheit und Qualität durch standardisierte Abläufe
Zuständigkeiten
- Anästhesieärzte - Aufklärung, Indikationsstellung, Durchführung,
Beurteilung des Erfolgs, Notfallmanagement
- ATA/ Pflege - Assistenz bei Vorbereitung und Durchführung,
Monitoring, Dokumentation, Medikamentenbereitstellung
Spinalanästhesie
Indikationen
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Urologische Eingriffe
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Orthopädische Eingriffe an den unteren Extremitäten inklusive Hüft-OPs
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proktologische Eingriffe, Eingriffe am Perineum
Kontraindikationen
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Gerinnungsstörung, therapeutische Antikoagulation (bei bestimmten Patienten, wobei keine Vollnarkose in Erwägung kommt oder zu gefährlich ist, nach entsprechenden Vorbereitungen möglich)
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Als Faustregel gilt dabei:
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Quick Wert unter 50 %
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PTT unter 50 s
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Thrombozytenzahl unter 50000/ml
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Deformitäten der Wirbelsäule
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Manifester Herzinsuffizienz
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Aortastenose oder ausgeprägte KHK
Prämedikation
- Überprüfung der Vorgeschichte der Patienten auf gerinnungsbezogene Krankheiten, Medikamenten, entsprechende Laboranordnungen und rechtzeitiges Absetzen und nötigen Ersetzens von gerinnungshemmenden Medikamenten
Antikoagulantien
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Nach Vereinbarung der Kollegen führen wir in unserer Klinik keine SA bei Patienten mit kombinierten Antiplättchentherapie (ASS+ Clopidogrel) sowie bei Marcumarpatienten durch
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Xarelto (Rivaroxaban): Absetzen 24 Stunden vor der Punktion, Neuaufnahme 5 Stunden nach der Punktion.
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Eliquis (Apixaban): Absetzen 24 Stunden vor der Punktion, Neuaufnahme 5 Stunden nach der Punktion
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Unfraktioniertes Heparin in prophylaktischer Dosierung 4 Stunden, NMH ist 12 Stunden vor der Spinalanästhesie abzusetzen. Erneute Gabe frühstens 1 Stunde nach der Spinalanästhesie möglich
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ASS 100 prophylaktisch muss nicht abgesetzt werden. Bei auffälliger Blutungsanamnese sollte das ASS 4 Tage vor der geplanten Spinalanästhesie abgesetzt werden
Aufklärung
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Blutung, Hämatom, Herz-Kreislaufproblemen, Hypotonie, Bradykardie, Übelkeit, Erbrechen, Liquorfluss mit Kopfschmerzen
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Infektionen
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Inkontinenz, Harnretention mit Anlage einer DK, Nervenschaden mit Lähmungserscheinungen
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Lokalanästhetika-Intoxikaktion
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Transient neurologisches Syndrom
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Aufklärung über eine Vollnarkose bei jedem Patienten mit den entsprechenden Vorbereitungen zwingend erforderlich
Vorbereitung
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Desinfektionsmittel,
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Pencan G27 0,42* 88 mm G27 mit Führungskanüle
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bei älteren Patienten Pencan G25 0,53 *0,88 mm mit Führungskanüle
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Lochtuch
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Desinfektionsmittel
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Kleines Pflaster
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Akrinor, Adrenalin bereitgestellt
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2ml Sprite
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5 ml Sprite Subkutane Nadel für die Hautanästhesie
Medikamente
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Bei stationären Fällen grundsätzlich Bupivacain 0,5% isobar, Gabe der Menge richtet sich nach der Größe der Patienten sowie nach der Operationshöhe. Menge: 2-3 ml, womit eine Blockade bis TH 5 bereits erreicht werden kann
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Anschlagzeit: ca. 10-15 Minuten
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Erholungszeit beträgt in dem Regel 5-6 Stunden
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Xylonest 2 % ( Prilocain) hyperbar für Sattelblock und für einseitige Extremitäten-OPs. Die Patienten bei der Verwendung hyperbarer Lokalanästhetika müssen nach der Gabe 10 Minuten lang OP- entsprechend gelagert werden (Sitzen, Seitenlage)
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Das Medikament zeichnet sich aus mit einer kürzeren Anschlagzeit und Wirkungsdauer,
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daher bei Operationen bis 90 Minuten kann einsetzbar
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Daher auch bei ambulanten Fällen
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Menge: 2-3ml, bei Sattelblock 1 ml
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Anschlagzeit: ca. 10 min
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Erholungszeit: 2-3 Stunden
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Ampres 1% (Cloroprocain) Das Medikament ideal für ambulante, kurze Eingriffe unter 40 Minuten.
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Menge: 4-5 ml
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Anschlagzeit: 5 Minuten
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Erholungszeit beträgt in dem Regel 2 Stunden, danach dürfen die Patienten entlassen werden.
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Lidocain 1% sowie Mepivacain 1% 10 ml für Anästhesie der Haut vor der Punktion.
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Jeder Patient bekommt eine Braunüle, 1000 ml Sterofundin vor der Punktion, sowie eine routinemäßige Überwachung.
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Die Punktion erfolgt im OP-Saal.
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Vor dem Schnitt muss der Anästhesist durch Kühlkompressen, alternativ mit Desinfektionsmittel, die Höhe und Wirkung der Spinalanästhesie austesten
Entlassmanagement
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Die Erholungszeiten sind unterschiedlich, wie bei der Medikamentenliste angegeben ist
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Der Rückkehr der motorischen Funktionen kann gemäß dem Bromage Score beurteilt werden
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0 keine motorische Nervenblockade, Beugung beider Kniegelenke und Fußbewegungen ohne Einschränkungen möglich
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1 Unfähigkeit zur Anhebung der gestreckten Beine
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2 Unfähigkeit zur aktiven Beugung im Kniegelenk
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3 Unfähigkeit zur aktiven Fußbewegung
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Bei rückkehrender motorischer Funktion, sowie bei problemlosem Wasserlassen! dürfen die Patienten auf die Station verlegt werden
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Bei ambulanten Fällen ist eine komplette Erholung, sowie problemloses Wasserlassen nötig
Komplikationen und Therapie
Frühkomplikationen
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Blutdruckabfall in den ersten 20 Minuten, welcher mit dem Präload von 1000ml Sterofundin sich in den meisten Fällen vermeiden lässt
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Therapie: Flüssigkeitszufuhr, Gabe von Akrinor, sowie Sauerstoffgabe
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Bei sehr selten auftretender massiver Bradykardie statt Atropin, sollte niedrig dosiertes Adrenalin gegeben werden
Totale Spinalanästhesie
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Erkennbar durch Bewegungslosigkeit des Kopfes und Armes kurz nach der Punktion, Apnoe, Bewusstlosigkeit, Pupillenerweiterung
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Therapie: sofortige Narkoseeinleitung ohne Relaxierung, Adrenalin und massive Volumengabe
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Die Narkose sollte in diesem Fall ca. 2-3 Stunden aufrechterhalten
Harnverhalt
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Wichtig, dass unsere Patienten vor der Entlassung Wasser lassen, weil diese Komplikation sich auch verzögert, zeigen kann
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1 Amp. Carbachol i.m. sollte verabreicht werden. Das Medikament kontrahiert die Harnblase
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Wenn es nicht hilft, sollten die Patienten einmalkatheterisiert werden
LA-Intoxikation nach ausversehentlicher intravasaler Injektion von Lokalanästhetika
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Erkennbar durch metallischen Geschmack, periorales Kribbeln, Tremor, Krampfanfall, plötzlicher Bewusstlosigkeit, sowie Tachy/Bradykardie, Hypotonie
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Therapie:
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O2 Gabe durch Maske mit hohem Flow,
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arterielle BGA zu Abklärung des Gasstatus, ggf. Narkoseeinleitung erwägen,
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bei Krampfanfall Midazolam jeweils 1 ml bis der Kramp durchgebrochen wird,
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bei kardialer Symptomatik Lipofundin 20%
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Initialbolus: 1,5ml/kg, bei 70kg Patient entspricht 100ml, nun Infusion 0,25ml/kg pro Minute (entspricht 17,5 ml/min über Perfusor) über 10 Minuten, ggf. mit 2* Wiederholung
Spätkomplikationen
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Kopfschmerzen
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3*200mg Coffeintabletten bis Beschwerdenlinderung
Transiente neurologische Symptome
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Erkennbar durch dumpfen Schmerz in Gesäßregion.
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Es klingt von selbst ab.
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Die, in der Klinik benutzten Medikamente verursachen diese Komplikation sehr selten
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